Die Planungsphase

Mit Abschluss des Architektenwettbewerbes lagen noch keine baureifen Lösungen vor. Jedoch zeichneten sich die Entwürfe durch Lösungsansätze aus, die in zahlreichen Sitzungen des Bauausschusses, im Presbyterium und in der Gemeinde diskutiert worden sind.

Am Ende entstand eine Mehrheit, die den Entwurf der architektur-werk-stadt favorisierte. Zwar hatte auch dieser Ansatz noch Schwächen, aber in Gänze wurden mit diesem Vorschlag die meisten Kritikpunkte an der alten Kirche behoben. Man beschloss mit diesem Büro den Umbau anzugehen. Immer wieder aber kam die Frage auf: Verträgt der Raum aus architektonischer und liturgischer Sicht die Drehung? Nach einigem Ringen wurde jedoch auch die Drehung der inneren Ausrichtung beschlossen. Zu verlockend sind die Vorteile, die diese Art der Ausrichtung mit sich bringt.

Der neue Grundriss 2005

Der neue Grundriss 2005

Ebenfalls kontrovers diskutiert wurde der Raumabschluss des Chores mit der Glaswand und der vorgehängten, konkaven Holzschale, die die Architekten im Wettbewerbsbeitrag vorsahen. Erst als sich das Presbyterium im weiteren Planungsverlauf entschied, die Sakristei durch einen leichten Anbau nach Außen zu verlagern, konnte ein neuer, gefasster Chorraum entstehen, der dem Raum die Richtung gibt.

Der Chorraum wird nun durch eine gebogene Stufe betont und abgeschlossen. Das geplante Oberlicht auf der Firstkreuzung entfiel aus Kostengründen und wurde durch eine quadratische Holzplatte, die den Beamer aufnimmt, ersetzt. Auch die angedachte Pergola zwischen Gemeindezentrum und Kirche mußte auf eine Metallkonstruktion reduziert werden, die als sichtbare Klammer Alt und Neu verbindet und den Schaukasten für Gemeindemitteilungen, so wie Teile der Beleuchtung aufnimmt.

Rücksprache mit dem Orgelsachverständigen Herrn Dr. Tacke aus Bochum und Herrn Landeskirchenoberbaurat Krome bestärkten das Presbyterium und den Kantor die Orgel nicht nur unter Kostengesichtspunkten am vorhandenen Standort zu belassen.

Die vorhandene Taufschale aus Bronze wird als Taufschale weiterverwendet. Auch das Altarkreuz kommt zur Wiederverwendung als Wandkreuz im alten Chorraum.

Freundliche, helle Holzstühle geben dem Kirchenraum flexible Nutzungsmöglichkeiten. Die Prinzipalstücke (Altar, Taufständer mit Schale und das Lesepult werden aus kontrastierendem Holz (Ahorn und Wenige) auf Basis quadratischer Querschnitte hergestellt. Die Füße bestehen jeweils aus einer Kreuzstruktur. Sie wurden vom Architekten Martin Uwe Balhorn, Paderborn entworfen und in der Werkstatt Wiemann in Bad Lippspringe gefertigt.

Studien zu den Prinzipalstücken

Studien zu den Prinzipalstücken

Die Decke und der Fußboden erhielten eine Wärmedämmung. Geheizt wird der Kirchenraum mit einer Fußbodenheizung und einer zuschaltbaren Konvektorheizung, die hinter den Einbaubänken im alten Chorraum und in den ehemaligen Seitenschiffen eingebaut sind. Der Fußboden in der Mitte des Raumes und die Turmwand im neuen Chorraum sind mit beigem, spanischem Sandstein ausgeführt. Der übrige Fußboden ist aus hellgrauem, ebenfalls spanischem Sandstein.

Im Juni 2003 kam die Idee auf, die geplanten Diffusoren vor den Ostfenstern künstlerisch zu gestalten und dem Kirchenraum eine zusätzliche, eigenständige Identität zu geben. Die Mehrheit des Presbyteriums sprach sich nach Sichtung von künstlerischen Arbeiten für eine Zusammenarbeit mit Tobias Kammerer, Künstler aus Rottweil aus.

Schon der erste Entwurf dieser Glasscheiben begeisterte. Die Gestaltung besitzt eine enorme Strahlkraft durch die intensive Farbigkeit und nimmt Bezug zur Gemeinde und zum Ort Bad Lippspringe. Schnell wurde die Umsetzung beschlossen und beauftragt. Die Fenster wurden in der Glasmalerei Peters in Paderborn hergestellt.