Konrad Korte

Konrad Korte

Sein seelsorgerisches Wirken in Bad Lippspringe war prägend und dauerhaft – Pfarrer Konrad Korte ar­beitete immerhin 42 Jahre in der evangelischen Kirchengemeinde. Vor 100 Jahren, am 19.04.1914, übernahm Pfarrer Korte sein kirchliches Amt in der Badestadt. Er ließ sich in seinem Handeln stets von seinem Konfirmationsspruch leiten: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens!“ 

Nach mehreren Amtsvorgängern, die jeweils nur wenige Jahre in der evangelischen Gemeinde wirken konnten, übernahm Konrad Korte im Alter von 27 Jahren das Pfarramt in der schwierigen Zeit des beginnenden Ersten Weltkriegs. Auch den Zweiten Weltkrieg mit Leid und Elend und Na­tionalsozialismus erlebte er während seiner Amtszeit. „1938 vermerkt Pfarrer Korte in seinem Jahresbericht, daß im Laufe der Jahre die Behinderung der kirchlichen Arbeit durch die Geheime Staatspolizei immer stärker geworden sei und daß größere Versammlungen kaum noch stattfinden könnten. Es scheine die Zeit des ruhigen Arbeitens vorbei zu sein und die Eingriffe zuzunehmen.“ (zitiert aus „Lippspringe, Beiträge zur Geschichte“, 1995, ISBN 3-87088-740-0, Seite 385)

Pfarrer Konrad Korte kümmerte sich nicht nur um sein kirchliches Hauptamt, sondern er war zusätzlich Seelsorger im evangelischen Teil des Auguste-Viktoria-Stifts, wo er beispielsweise Bibelstunden anbot. Auch im Martin­stift (eingeweiht im Jahr 1917 als Krankenhaus) waren die Menschen dankbar für seine regelmäßige Betreuung. Darüber hinaus setzte sich Konrad Korte vor Ort für die Einrichtung eines evangelischen Kindergartens ein. Ne­benbei führte er bis 1938 die schriftliche Chronik der evangelischen Gemeinde Bad Lippspringe fort.

Ab dem Jahr 1944 war Konrad Korte zusätzlich als Superintendent für den gesamten Kirchenkreis Paderborn tätig. Genau wie sein katholischer Amtskollege Wilhelm Hücker war Konrad Korte von der Stadt Bad Lipp­springe als Ehrenbürger ausgezeichnet worden (sein Ehrenbürgerbrief datiert vom 19.04.1954). In seiner langen Amtszeit gelang es Pfarrer Korte, mit seiner ausgleichenden Persönlichkeit das ökumenische Miteinander zwi­schen katholischer und evangelischer Gemeinde vor Ort zu verbessern.

In den Ruhestand trat Konrad Korte am 31.10.1956. Er verstarb am 17.04.1958. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem evangelischen Friedhof an der Schwimmbadstraße; sein kreuzförmiger Grabstein trägt den Spruch: „Ich weiss dass mein Erlöser lebt“. Im Stadtbild von Bad Lippspringe erinnert die Straßenbenennung „Konrad-Korte-Straße“ nachhaltig an sein vorbildliches Wirken.

Grabstein Konrad Korte auf dem Ev. Friedhof Bad Lippspringe

Das Grab Konrad Kortes auf dem Ev. Friedhof Bad Lippspringe

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Artikel "Pfarrer Konrad Korte - Amtsantritt vor 100 Jahren" von Joachim Hanewinkel, erschienen in "wo die Lippe springt", Ausgabe 71, April 2014 (Informationsreihe des Heimatvereins Bad Lippspringe e.V. www.heimatverein-badlippspringe.de)

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© Ev. Kirche Bad Lippspringe  12.04.14