Der „Stern der Hoffnung Benin - Pflege für alle"

Gründungsbericht 2013

Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Stern der Hoffnung,

es war ganz still in der Nacht. Wir konnten das leise Klopfen nicht überhören. In afrikanische Stoffe hübsch gekleidet stand eine junge Frau vor der Tür. Sie wollte nicht gesehen werden. Sie hatte im Gottesdienst gehört, dass wir mit AIDS zu tun hatten und nun auch in Benin gerne mithelfen wollten, die Not zu lindern.

Ihr Schicksal zerriss uns das Herz. Jung verheiratet, erzählte sie unter Tränen, sei sie mit ihrem ersten Kind verstoßen worden. Sie hätte einen gediegenen zweiten Mann gefunden und sei wieder schwanger geworden. Bei der Geburt von Zwillingen zeigte sich, dass sie vom ersten Mann mit dem HI-Virus angesteckt worden war. Aus diesem Grund sei sie mit den drei Kindern erneut verstoßen worden. Sie dürfe nirgends über ihre Ansteckung und auch nirgends über den Grund ihrer Verstoßung durch den zweiten Mann reden. Ansonsten würde sie auch von ihrer eigenen Familie ausgeschlossen.

In Benin beruft man sich auf die „Vorsehung", um das Leben zu verstehen. Es war also kein Zufall, der uns im Januar dieses Jahres nach Benin führte, wo wir in einer Pfarrei bei Abomey leben und mitarbeiten durften. Abomey ist der Sitz des einst mächtigen Reiches von Dahomey, heute ein Teil Benins. Es war uns, als sei die Zeit zurückgedreht worden. Denn AIDS löst in den afrikanischen Armutsgebieten noch heute Panik aus. Gleichzeitig erlebten wir, wie Sozialarbeitende, Ordensangehörige, Laien und Pfarrer intensiv zusammenarbeiten, um den HIV-Positiven die rettenden Mittel zu verschaffen. Leider sind 80 % der Bevölkerung von Westafrika vom Zugang zu Medikamenten und zur modernen Medizin ausgeschlossen. Es schien uns beinahe ein Wunder, dass wir die Gründung des „Stern der Hoffnung Benin - Pflege für alle" miterleben konnten. Beim zweiten Aufenthalt im Mai ermöglichte die Mitarbeit in den Gesundheits-zentren von Davougon und Zagnanado den Aufbau einer Sozial- und Pflegestation für HIV-Positive im Westen von Abomey. Jetzt werden ein Arzt, eine Krankenschwester und ein Sozialarbeiter vom Stern der Hoffnung in Europa finanziert, um insgesamt über 1.000 HIV-Positive mit zu betreuen.


Es ist sehr schwer, Kinder an den Folgen von Unterernährung sterben zu sehen. „Mawu-ce", das heißt „Mein Gott", blickte uns kurz vor seinem Sterben noch einmal an. Nun tragen wir ihn im Herzen.

Leider mussten wir auch Heien, ebenfalls Mutter von drei Kindern, in Frieden gehen lassen. Sie hatte erst im Endstadium von AIDS ins Gesundheitszentrum gefunden. Sie hatte ja nicht gewusst, dass ihr Mann an AIDS verstorben war. Trotz intensiver Pflege war ihr Körper nicht mehr in der Lage, die Medikamente aufzunehmen.

Drüben in Brasilien, in den Werken von São Paulo, ist allerdings ein Traum Wirklichkeit geworden. Die Mineradora, die Mineralwasserfabrik, darf endlich produzieren. Der Verkauf aus den eigenen Quellen wird in einigen Jahren mithelfen, dass nicht nur die Werke in Brasilien, sondern auch in Afrika auf Dauer finanzierbar bleiben. Die Freude ist auf beiden Seiten groß. Die Mitarbeitenden in Brasilien atmen auf, dass sie ihre afrikanischen Schwestern und Brüder werden unterstützen können. Über eine Million Menschen wurden aus Benin als Sklaven nach Brasilien verschleppt - etwa hunderttausend ihrer Nachfahren sind zurückgekehrt. Mit europäischer Unterstützung kommt es in der Not von AIDS zur neuen Begegnung und Zusammenarbeit.

Die junge Mutter muss sich inzwischen nicht mehr verstecken, um als HIV-Positive die notwendige Pflege zu finden. In einer - vom Stern der Hoffnung unterstützten - Frauengruppe findet sie Solidarität und Zeit zum Tanzen. Der afrikanische Rhythmus gibt dem Stern der Hoffnung selber neue Kraft. Wir hoffen, dass sich Fachkräfte finden, die für einige Zeit in Afrika mitarbeiten können. Wir haben erfahren, dass sich unsere Hände auch über die endlosen Wüsten der Sahara hinweg finden können - und dass sich nach 25 Jahren die Verbindung zu allen fünf Werken in Brasilien noch immer vertieft.

Zuversichtlich und mit allen guten Wünschen

Eure Lisette und Peter Eicher

 

STERN DER HOFFNUNG E.V.
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Stern der Hoffnung e.V.
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Tel. 0821-5 42 85 10,
E-Mail: sternderhoffnung@gmx.com , Homepage: www.sternderhoffnung.de


Lisette und Peter Eicher, Grand-Places 14, CH-1700 Fribourg Schweiz, lisette.eicher@gmx.de , prof.eicher@gmx.de , Tel.: 0041-26-3214246, Mobil 0041-76-4350184
 

 

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© Ev. Kirche Bad Lippspringe  21.07.13